Feministische Theologie
Feministische Theologie hat sich aus der Frauenbewegung in den Kirchen entwickelt. Sie vollzog sich seit den siebziger Jahren an der kirchlichen Basis, in Netzwerken, Werkstätten und Seminaren in der Frauenarbeit, in Akademien und unter Studentinnen an den Universitäten. Frauen „trieben“ Theologie, d.h. sie definierten sich als Subjekte theologischen Denkens und kirchlichen Handelns.
In den achtziger Jahren teilte sich diese Bewegung mehr und mehr auf in die Praktikerinnen auf der einen, die Universitätsfrauen auf der anderen Seite.
Seit den 1990er Jahren haben Theologinnen an den Universitäten zahlreiche Veröffentlichungen, Promotions- und Habilitationsarbeiten zu nahezu allen relevanten theologischen Fragestellungen vorgelegt und auch Lehrstühle besetzt. Die von Frauen betriebene universitäre Theologie stellt sich derzeit hoch spezialisiert und auf hohem Niveau dar. Die Forschungsergebnisse bedürfen der Übersetzung in den Horizont und die Lebenswelt der Frauen an der Basis.
Dort ist Feministische Theologie mittlerweile – zumindest in der Frauenarbeit, in der Erwachsenenbildung und an vielen Evangelischen Akademien – zu einer selbstverständlichen Grundlage geworden. Veranstaltungsangebote und selbstorganisierte Gruppen im Bereich Feministische Liturgie / Spirituelle Praxis stoßen auf anhaltendes Interesse. Zugleich gibt es eine große Nachfrage nach langfristigeren Lernangeboten, in denen Grundlagen feministisch-theologischer
Arbeit vermittelt und neuere Entwicklungen bekannt gemacht und diskutiert werden. Sie werden von Frauen und einzelnen Männern besucht, die ihr bisheriges Wissen systematisieren und vertiefen oder die Feministische Theologie neu für sich entdecken wollen. Hier setzt das Fernstudium Feministische Theologie an.
Das Fernstudium Feministische Theologie soll
- den inzwischen entstandenen Kanon an feministisch-theologischen Informationen, Einsichten, Texten systematisch und einladend vermitteln
- zur Übersetzung von neueren Impulsen universitärer Theologie beitragen, Theorie und Praxis vermitteln
- das kritische, politische Potential feministischer Theologie über die am Fernstudium Teilnehmenden neu in Kirche und Gesellschaft zur Wirkung bringen
- jüngeren oder kirchenferneren Frauen und Männern einen Einblick in eine
sinnstiftende, einflussreiche und lebendigere Theologie geben - Frauen und Männern der mittleren Generation, die in ihrer beruflichen oder privaten Praxis feministische Impulse vermissen, „food for thought“ und Grundfragen für ihr Engagement geben
- älteren feministisch engagierten Kirchenfrauen die Möglichkeit geben, ihre
Erfahrungen in der Kirche und der kirchlichen Frauenbewegung im Rückblick systematisch aufzuarbeiten.
Hinter den ausgewählten Inhalten stehen folgende Grundsätze:
- Beim Fernstudium Feministische Theologie stehen theologische Kernthemen im Mittelpunkt. Ihnen zugeordnet sind relevante Wissenschaftsdisziplinen der Theologie und der Sozialwissenschaften. Der Bezug zu Fragestellungen des alltäglichen Lebens von Frauen und Männern und zu gesellschaftlichen Themen wird hergestellt.
- Im Fernstudium Feministische Theologie geht es um den Blick von Frauen auf
Theologie, Glauben und Kirche. Auch interessierte Männer, die am Fernstudium teilnehmen, lassen sich auf diese Perspektive ein.
VeranstalterInnen:
- Landeskirchliche evangelische Frauenarbeiten
- Einrichtungen der evangelischen Erwachsenenbildung
- Kooperationen mehrer landeskirchlicher Einrichtungen
- Kooperationen von Einrichtungen in mehreren Landeskirchen
- ökumenische Kooperationen
Ein Fernkurs in 7 Studieneinheiten
- Was ist feministische Theologie?
- Gott
- Ethik
- Jesus
- Bibel
- Kirche
- Spiritualität
Der Preis des Fernstudiums beträgt 140 € zuzüglich Versandkostenanteil und 7 % Mehrwertsteuer. Einzelne Studienbriefe können für 21 € bezogen werden. Das Einführungsheft kann für 5 € bezogen werden.


Eine Einrichtung des